Stress

Die WHO erklärte Stress zur gefährlichsten Bedrohung der Gesundheit im 21. Jahrhundert. Seit 1997 sind laut WHO die Krankenstände durch stressbedingte Erkrankungen um 70 % gestiegen. Stressforscher gehen davon aus, dass wenigstens ein Drittel der Krankheiten in den Industriestaaten durch schädliche Stressreaktionen entstehen.

Wer kennt das nicht – Körper und Geist sind müde von den vielfältigen und sehr hohen Anforderungen, die an uns gestellt werden. Wir fühlen uns ausgelaugt, ausgepowert und nehmen uns immer weniger Zeit für uns selbst. Stress kann also als ein Missverhältnis zwischen den Anforderungen, die an einen Betroffenen gestellt werden, und seinen individuellen Ausgleichsmöglichkeiten wie positives Erleben, Selbstbestätigung, Entspannung und Ähnliches verstanden werden. Besteht dieses Missverhältnis über einen längeren Zeitraum, entwickelt sich chronischer Stress, der früher oder später zu Krankheitssymptomen führt.

Nur wenige Arbeitnehmer üben ihren Beruf aus, weil er ihren eigenen Interessen entspricht, sondern weil sie dazu gezwungen sind Geld zu verdienen. Man tut was man tut, aber man tut es nicht mehr um seiner selbst willen. Dazu kommt auch noch, dass der Druck in der Arbeitswelt immer mehr zunimmt.

Man unterscheidet zwei Arten von Stressoren. Und zwar objektive Stressoren wie z.B. Schlafentzug, Verletzungen, Krankheiten, Hitze, Kälte, Hunger, Durst, Lärm, intensives Licht, Isolation, hohe Bevölkerungsdichte, monotone Arbeit, Unterforderung und Überforderung, schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen, Nichterfüllung wesentlicher Bedürfnisse; und subjektive Stressoren wie z.B. negativen Denkmuster, die Neigung zu Ungeduld, Ärger, Wut, Angst, Feindseligkeit, Dominanzstreben oder Konkurrenzdenken, falsche Situationsbewertungen, Schwarzsehen, Hineinsteigern, selbst gemachter Zeit- und Leistungsdruck, zu hohe Erwartungen, Enttäuschungen, eingebildete Bedrohung oder Hilflosigkeit.

 

In unserer zivilisierten, fortschrittlichen Welt der Industriestaaten betreffen uns die objektiven Stressauslöser meist nur in Bezug auf Krankheiten und Verletzungen, bzw. bei Über- oder Unterforderung, den „Rest“ der ungünstigen Lebensbedingungen kennen wir meist nur aus Dokumentarfilmen über Länder der Dritten Welt. Man könnte jetzt meinen, dass wir - denen es doch gut geht -, somit auch weniger von Stress und den Folgeerscheinungen betroffen sind, aber dem ist nicht so, da der „westliche“ Mensch bei den subjektiven Stressauslösern kräftig „zuschlägt“.

 

Eine plötzliche und kurz dauernde Stress-Situation wie z.B. ein Streit oder ein schwieriges Gespräch, bringen den Organismus auf Hochtouren – das Herz schlägt schneller und der Puls steigt -, aber nach Abklingen der Belastungssituation geht diese Aktivierung rasch zurück.

 

Lang andauernde Stress-Situationen ohne einer Möglichkeit die Belastungen abzubauen, halten den Organismus in einer ständigen Daueranspannung. Das führt langfristig zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Magen-Darm- oder Herz-Kreislauferkrankungen oder auch chronischer Erschöpfung (Burnout). Dieser fortdauernder Stress, der unsere Gesundheit schleichend untergräbt, ist in seiner ganzen Tragweite vielmehr ein unbewusstes Verhaltensmuster, das unseren Körper in eine permanente, innere Alarmbereitschaft versetzt.

 

Auslöser können natürlich Ärger im Beruf, Streit in der Partnerschaft oder der Familie sein. Aber auch ungelöste unbewusste Konflikte, belastende Gedanken, bedrückende Gefühle, Sorgen oder Ängste können Stress in uns hervorrufen – mit entsprechenden körperlichen Folgen. Neuere Untersuchungen haben z.B. bestätigt, dass Stress Hautleiden und Herpes verschlimmert oder das Blut dicker macht. Zehn Minuten nach dem ersten Stressgefühl sind bereits Entzündungszellen im Blut nachzuweisen. Auch Konflikte hinterlassen Stressspuren in unserem Körper: Sie schwächen die Immunabwehr und verlangsamen die Wundheilung. Streitigkeiten mit dem Partner erhöhen die Gerinnungsneigung des Blutes und erhöhen damit die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls – Versöhnung bewirkt übrigens genau das Gegenteil.

 

Gefühle und Gedanken beeinflussen alle Körperprozesse. Und zwar nicht irgendwann später, sondern sofort. Nicht irgendwie, sondern ganz konkret. Nervenbahnen, Stressmoleküle, Hormone, Immunfaktoren und Rezeptoren verändern sich abhängig davon, wie es uns geht. So schwächen z.B. depressive Verstimmungen, die mit Partnerschaftsproblemen zu tun haben, das Herz und gelten daher als großer Risikofaktor für Herzinfarkt und Bluthochdruck. Sie beeinträchtigen den Mineralgehalt des Skeletts und führen einer Studie zufolge bis zu 40 % mehr Knochenbrüchen.

 

Verschiedene Gefühle können dabei unterschiedliche Symptome hervorrufen: Ängste provozieren eher Herz-Rhythmus-Störungen und Hautleiden, Ärger und Frustration führen zu Verdauungsstörungen, Augenleiden, Arteriosklerose, Niedergeschlagenheit und Gefäßverkalkung. Eine Entscheidungsschwäche kann zu Nieren- und Blasenproblemen, zu viel Grübeln zu Kopfschmerzen und Dünndarmstörungen führen.

 

Umgekehrt beschleunigen Freude, Zuversicht, Gelassenheit, Begeisterung und Liebe die Heilung und lindern Schmerzen. Erfahren Hypertoniepatienten (Bluthochdruck) eine liebevolle Zuwendung oder lösen ihre Gefühlsblockaden, kann sich ihr Blutdruck normalisieren. Fühlen sich Männer von ihren Frauen geliebt, bekommen sie nur halb so viele Infarkte und weniger Prostatakrebs. Frauen geht es genauso: Wissen sie sich umsorgt, erkranken sie seltener an grippalen Infekten, Blasenentzündungen oder Magenverstimmungen. In harmonischen Beziehungen bleiben beide Partner gesünder. Bei Verlust des Partners durch Scheidung oder Tod steigt hingegen die Rate an Herzleiden, Diabetes und Krebs.

 

Bereits eine regelmäßige bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit auf einzelne Körperteile oder den gesamten Körper führt zu einer besseren Durchblutung, einer Stärkung des Immunsystems und allgemein zu einem verbesserten Gesundheitszustand. Die Signale des Körpers sind – wie wir wissen - mannigfaltig und können individuell verschiedene Ursachen haben. Aber die gute Nachricht lautet, dass bereits durch das Erkennen der inneren Ursache für die jeweilige Gesundheitsstörung, das Immunsystem gestärkt und die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

 

Mit Hilfe der Ontologischen Kinesiologie kann man Informationen aus tieferen Bewusstseinsschichten, die dem Verstand nicht zugänglich sind, erhalten. So entsteht ein Verständnis für Zusammenhänge von Symptomen, inneren Konflikten und Problemen. Mit dem Beginn eines persönlichen Erkenntnis- und Entwicklungsprozesses lässt auch der Stress mehr und mehr nach. Und da es sich hier nicht um Entspannungsmethoden oder einen Druckabbau im Sinne eines Ventils handelt, geht dieser Prozess automatisch mit der Entfaltung unseres inneren Potentials einher. Dies bewirkt in Folge immer eine Entspannung unseres vegetativen Nervensystems und gleichzeitig die Aktivierung der körpereigenen Regenerationsmechanismen und des Immunsystems. 

Bild: DaMentalVaporz
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