Auswirkungen geringer Selbstachtung

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Da wir in einer dualen Welt leben, existieren für unsere Gefühlswelt zwei gegensätzliche Bereiche. Auf der einen Seite finden wir Liebe und Vertrauen und auf der anderen unsere Ängste und Zweifel. Alle Gefühlsregungen wie Ärger, Wut, Hass, Eifersucht, Neid, Geiz usw. entspringen letztendlich der Kategorie Angst. Dazu sollte man auch noch wissen, dass diese Verhaltensweisen auch noch untrennbar mit Schuldgefühlen, mit einem Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen und schlussendlich mit einem Mangel an Vertrauen in das Leben selbst, verbunden sind.

 

Ängste kennen wir viele: Angst vor Ablehnung. Angst vor Kritik. Angst vor Nähe. Angst vor der Wahrheit. Angst vor Verantwortung. Angst vor Auseinandersetzungen. Angst vor Misserfolg. Angst vor Erfolg. Angst vor Krankheit. Angst vor Neuem. Angst vor dem Verlust eines lieben Menschen. Angst den Wohlstand zu verlieren. Angst vor dem Tod, Krieg und Zerstörung. Angst vor Arbeitslosigkeit ... die Liste ließe sich schier endlos verlängern.

 

Es ist unsere geringe Selbstachtung und innere Unsicherheit, die der Angst den Weg ebnet. Es herrscht in uns also ein Mangel an Selbstvertrauen, der uns in Abhängigkeiten, Aggressionen und völlig unnatürliche Lebensweisen und Verhaltensmuster führt. Außerdem stören und blockieren diese daraus entstandenen Ängste unsere Lebensenergie.

 

Aggressionen kommen bei uns meistens hoch, wenn uns ein Spiegel vorgehalten wird. Jede Verhaltensweise, jede Situation, die an uns herangetragen wird, und die uns an eigene Schwachstellen erinnert, kann Aggressionen erzeugen. Es werden verdrängte Ängste und Gefühle angesprochen. Auch Hilflosigkeit und Überforderungen können Aggressionen erzeugen – auch diese lassen sich letztendlich auf unser mangelndes Selbstwertgefühl zurückführen.

 

Leidet ein Mensch z.B. unter Eifersucht, liegt die Ursache möglicherweise in einer Angst vor dem Verlassen-Werden, die mit dem Nicht-Allein-Sein-Können zusammenhängt oder einem Dem-Anderen-Nicht-Genügen-Gefühl. Es mag auch eine schlechte Erfahrung als Auslöser angesehen werden, aber auch hier mangelt es schon ursprünglich an Vertrauen. Sind diese Ängste vorhanden, stehen die Chancen gut, dass sich genau die Situation, die man eigentlich vermeiden wollte, wiederholt.

 

Angst wurde im menschlichen Sein eigentlich dafür eingerichtet, um uns vor Gefahr zu schützen. Urzeitmenschen brauchten diese Angst, um überleben zu können. Sie mussten auf der Hut vor wilden Tieren und vor Rivalen sein. Obwohl sich unsere Zivilisation weiterentwickelt hat, schlummern diese Urängste noch immer in uns. Eigentlich können wir sicher sein, dass kein Raubtier um die Ecke springt und uns fressen will. Aber anstatt uns sicher zu fühlen, fürchten wir uns dann vielleicht vor der Kritik eines Vorgesetzten, des Partners oder der nächsten Rechnung, die auf uns lauert. Wir haben Angst, die Erwartungen nicht erfüllen zu können und zu scheitern.

 

Und gerade diese Befürchtungen sind wie ein Magnet, der diese Ereignisse förmlich anzieht! Angst zieht leider das an, was wir befürchten und nicht das, was wir erhoffen. Wie jedes Gefühl, ist auch die Angst zu würdigen und auch sie will gelebt werden - aber nur kurz und nicht als Dauerzustand!
 Zuviel gelebte Angst blockiert uns im Vorwärtskommen und schränkt uns ein. Sie löst Stress aus und verhindert reflektiertes Denken und macht somit eine neutrale Sicht unmöglich.

 

Aber wie kommt es, dass bestimmte Menschen mit scheinbar jeder Situation klar kommen und auch in der größten Hektik ruhig bleiben? Menschen, denen immer die passende Lösung einfällt und, die sich von keiner Situation unterkriegen lassen. Was zeichnet diese Menschen aus? In erster Linie wahrscheinlich das Vertrauen in sich selbst. Die innere Gewissheit, dass sie das Leben meistern werden, anstatt sich heute schon Sorgen zu machen, was in der Zukunft vielleicht niemals eintreffen wird. Sie ruhen in sich, weil sie sich selbst und letztendlich dem Leben vertrauen.

 

Ein Mensch, der das Leben hinterfragt und genau hinschaut, wird unweigerlich auf viele Fragen stoßen. Wer hier nicht aufgibt und den Mut hat weiterzusuchen, wird sehr schnell auf Tatsachen stoßen, die ihn ahnen lassen, dass auf uns etwas viel Größeres, als nur der tägliche Kampf ums Überleben wartet. Die gewonnen Erkenntnisse können uns nach und nach unsere Ur-Ängste nehmen. Und wenn wir aufgrund einer neuen Sichtweise wieder Vertrauen in das Leben und in uns selbst fassen können, wird der Zeitpunkt gekommen sein, wo wir erkennen, dass die einzige wahre Lebensversicherung die wir haben, in uns selbst steckt: in unserem eigenen Selbstvertrauen!

Bild: DaMentalVaporz
Bild: DaMentalVaporz