Bewusstseinsstufen

Hierbei handelt es sich um den Versuch verschiedene Bewusstseins- bzw. Entwicklungsstufen der Menschen zu unterscheiden. Die meisten werden sich gleichzeitig in zwei oder sogar in drei Bewusstseinsfeldern erkennen, da Wachstum bzw. Expansion in der menschlichen Entwicklung ein fortwährender Prozess ist.

Auf der ersten Bewusstseinsstufe lebt der Mensch unbewusst, triebhaft, egobezogen und vom Schicksal bestimmt, da hier noch kein komplexes Verstehen von größeren Zusammenhängen existiert. Die augenblickliche Bedürfnisbefriedigung bestimmt das Verhalten des Menschen. In der Partnerschaftsreflexion bedeutet dies, dass der Partner "meinen" Gelüsten und Bedürfnissen zu entsprechen und zu dienen hat.

 

Auf der zweiten Bewusstseinsstufe wird das eigene und auch das Verhalten anderer beginnend hinterfragt. Das Leben des Menschen ist hier noch vollkommen an die Gesellschaft angepasst, was bedeutet, dass andere vorgeben, was „ich“ zu tun habe. Somit dominieren Fremdbestimmung und Unterordnung, was aber nicht oder kaum als störend empfunden wird. Oftmals ist dies dem Menschen nicht einmal wirklich bewusst. Das, was das Kollektiv vorgibt, ist somit unhinterfragt "richtig"! Immer noch bestimmen materialistische, egobezogene Prioritäten das Leben. Das Milieu bzw. Umfeld gibt vor und man ordnet sich kritiklos ein und unter, da man nicht anders sein darf. In der Partnerschaftsreflexion bedeutet dies, dass nun auch die Gruppenzugehörigkeit und die materielle Komponente des Partners besonderes Gewicht bekommt.

 

Auf der dritten Bewusstseinsstufe tritt der emotionale Aspekt in den Vordergrund. Das Geltungsbedürfnis innerhalb gesellschaftlicher Rangordnungen wird nun entscheidend. Jemand zu sein, wird wichtig. Karriere, beruflicher Erfolg und Ansehen werden zum Antriebsgenerator. Die Abstammung wird wichtig und eingefahrene kleinbürgerliche, städtische oder dörfliche Denkschienen werden zu einem hohen Werteprinzip innerhalb jeder Gruppe. Bricht der Mensch dann aus dieser Scheinwelt aus, fühlt er sich dabei weitgehend schuldig. In der Partnerschaftsreflexion bedeutet dies, dass nun eben diese emotionale Resonanz und Übereinstimmung innerhalb der gesellschaftlichen Rangordnung die Partnerwahl bestimmen.

 

Auf der vierten Bewusstseinsstufe treten mentale Neugier, Wissensdurst und Erkenntnisdrang in den Vordergrund. Nicht mehr das Materielle, sondern das "Geistige" (wenn auch noch im Mentalbereich) wird wichtig. Das Hinterfragen der ideologischen Programme setzt ein. Eine kritische Distanz zum kollektiven Bewusstsein setzt ein und ein Abnabelungsprozess beginnt. Es kommt in dieser Phase aber noch oft zu Polaritätskämpfen: "Wer hat recht? Ich oder die anderen!" Es ist der Beginn eines autarken, ethischen Gefühls - unabhängig von äußeren Normen. Familiärer Muster, religiöser Zwänge, kollektive Ideologien werden hier durchbrochen. In der Partnerschaftsreflexion bedeutet dies, dass nun mentale Übereinstimmung eine große Rolle spielt. Partner, die einander wertfrei zuhören können und tolerant zueinander sind, ziehen einander an. Im Partnerbezug tritt Geistigkeit in den Vordergrund und es kommt aufgrund der schwindenden materiellen Werte zu einer hohen Trennungsbereitschaft.

 

Auf der fünften Bewusstseinsstufe tritt die Suche nach tieferliegender Wahrheit und echter Erkenntnis in den Vordergrund. Die menschliche Schöpfungskraft wird wahrgenommen und allmählich auch begonnen, sie umzusetzen. Das bewusste Erschaffen der eigenen Realität und das Wahrnehmen der eigenen Gedanken und Bewusstseinskraft wird allmählich erfasst. Die Kontrolle über die Kräfte des Niederen Selbst wird mittels Gefühls- und Mentalreflexionen erlangt. Es zeigt sich ein Ausscheiden aus Vereinigungen traditioneller, vereinsmäßiger, politischer und religiöser Anbindung. Wertfreiheit gegenüber allen Strömungen hält Einzug. Offenes philosophisches Denken "Was ich säe, ernte ich!", wird zum angewandten Verhalten. Das Eins-Sein mit Allem was ist, macht sich in unserem Wissen breit. Dass nun auch Tiere bedingungslos respektiert werden, zeigt sich in einem moralgesteuerten Vegetarismus. In der Partnerschaftsreflexion bedeutet dies, dass nun höchste Übereinstimmung auf geistiger Stufe gesucht wird; frühere Prioritäten lösen sich auf. Nur noch wenige Menschen im Umfeld können eine solche Partnerrolle erfüllen.

 

Auf der sechsten Bewusstseinsstufe wird das Da-Sein, das Präsent-Sein und das Authentisch-Sein wichtiger als das Tun. Der Mensch auf dieser Stufe hört auf zu kämpfen, er lässt zu! Sein Ego wird zurückgerufen, wodurch sich die altbekannten Barrieren und Grenzen in uns aufzulösen beginnen. Unsere Seeleninstanz wird zugelassen und übernimmt die Führung im Leben und die materiellen Bereiche strukturieren sich nach diesem Geisteswillen. Das Eins-Sein mit Allem, was IST, tritt vom wissenden in den erfühl- und erfahrbaren Bereich. In der Partnerschaftsreflexion bedeutet dies, dass jede Form von "Besitz" oder "Verpflichtetheit" überwunden wird. Der ganze Reichtum einer Partnerschaft kann auf allen Ebenen gelebt und erfahren werden, ohne dass daraus Zwänge und Abhängigkeit erwachsen.

 

Auf der siebten Bewusstseinsstufe tritt das All-Eins-Sein in volle Verwirklichung. Alle Aus- und Eingrenzungen zwischen der Äußeren und Inneren Welt lösen sich auf. Was die Partnerschaft betrifft, kann man annehmen, dass die bereits vorhandene Seelenharmonie nochmals erhöht wird.

Bild: DaMentalVaporz
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