achtsamer Umgang mit Gedanken

Unsere Gedanken an Vergangenheit und Zukunft existieren in Wahrheit nur als Erinnerung oder als Phantasie in unserem Kopf. Sie sind Konstrukte und blockieren häufig die klaren Erfahrungen im Hier und Jetzt. Die Vergangenheit ist vorbei, daran lässt sich nichts ändern und die Zukunft ist noch nicht da. Der einzige Zeitraum in dem Leben tatsächlich stattfindet ist ‚Jetzt‘. Selbstverständlich tauchen in diesem „Jetzt“ in uns bei Weitem nicht nur freundliche Gedanken auf, und im Grunde wissen wir alle, wie überaus peinlich es wäre, wenn andere unsere Gedanken lesen könnten. Auch unsere Gedanken sind sehr starke Kräfte, da auch sie die Beziehung zu Menschen oder den Verlauf einer Handlung maßgeblich beeinflussen.

 

Unsere Gedanken entstehen in uns und fließen in einem unaufhörlichen Strom durch unseren Geist. Sie beeinflussen unsere Gefühle und verleiten zu entsprechenden Handlungen. Das heißt, dass wir durch Gedanken in Stimmungen versetzt werden, die oftmals nicht nur positiv sind und die auch nicht unbedingt etwas mit der gegenwärtigen Situation zu tun haben müssen. An bestimmten Gedanken können aufgrund vergangener Ereignisse unverarbeitete Gefühle von Schmerz und Ärger hängen. Tauchen diese Gedanken in uns auf, reagieren wir entsprechend ohne zu wissen warum. Das wiederum hat Wirkungen auf unser gegenwärtiges Handeln und führt zumeist in die Wiederholung vergangener Ereignisse.

 

In der Achtsamkeit können wir auch von den Gedanken einen Schritt zurücktreten, sie erst einmal betrachten und dann entscheiden, ob wir diese Sichtweise überhaupt wollen. Erscheint sie uns aus heutiger Sicht nicht sinnvoll, dann können wir über eine bessere Sichtweise nachdenken. Wir können in der Achtsamkeit also die Tendenz der Gedanken und Gefühle wahrnehmen, und erkennen ob sie schädlich oder nützlich für uns, für andere oder in Bezug auf eine Situation sind. Dann können wir bewusst wählen, was wir wollen und danach handeln. Wir schenken allen Gedanken und Gefühlen – auch denen, die wir nicht wollen -, Raum und liebevolle Akzeptanz, damit sie sich von ganz allein auflösen dürfen. Wir kämpfen nicht gegen sie an, denn dadurch würden wir sie nur festhalten und verstärken. Achtsamkeit trägt somit auch wesentlich zur Seelenhygiene bei. 

Bild: DaMentalVaporz
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